Gut zu wissen

Holzkunde

Damit Sie sich beim Musizieren 100 % wohlfühlen, ist nicht nur der Blattschnitt von grundlegender Bedeutung, sondern auch das verwendete Holz.

Hier erläutern wir Ihnen das von Arundos verwendete hochwertige Rohrholz und dessen für unser Blätter wichtigen Eigenschaften.

Rohrholz, in Frankreich „Roseaux“ genannt, gehört zur Familie der Gräser. Der botanische Name lautet „Arundo Donax“, was soviel bedeutet wie „hin- und her bewegendes Rohr“. Daraus haben wir unseren Namen „Arundos“ abgeleitet. Wahrscheinlich ist seine ursprüngliche Heimat der Orient. Heute ist es in praktisch allen Gegenden der Erde mit subtropischem Klima verbreitet. In Südfrankreich an der Côte d´Azur gibt es die meisten Rohrholzverwerter. Dort findet die Pflanze passende Böden und ein günstiges Klima. Nasse Füße mag Rohrholz nicht, deshalb findet man die besten Vorkommen auf etwas erhöhten Standorten. Aus Arundo Donax wird Donaxin gewonnen. Es wird für medizinische Zwecke eingesetzt.



Den Einheimischen bietet die Pflanze vielfältigen Nutzen. Sie wird verwendet zur Dammbefestigung, als Windschutz in Form von Hecken, zur Herstellung von Überdachungen, Kinderspielzeug, Möbeln und als Pflanzstöcke für den Weinanbau. Geerntet wird das Rohr im Winter, im Frühling schließt sich eine erste Trocknungszeit an. Dabei entstehen durch anhaftende Blätter an der Rinde gelegentlich braune Flecken, die aber die Qualität des Holzes nicht beeinträchtigen. Anschließend werden die vier bis sechs Meter hohen Rohre von den Blättern befreit und die Stangen zurechtgeschnitten.

Wir bei Arundos legen großen Wert darauf, nur die unteren 1,50 Meter des Rohrs weiterzuverarbeiten, da in diesem Bereich die Xyleme am dichtesten vorkommen. Xyleme sind Kapillarröhrchen, die für den Wassertransport sorgen. Außerdem achten wir sehr darauf, dass unser Holz gerade gewachsen ist und die Xyleme gleichmäßig verteilt und in hoher Zahl im Holz vorkommen.

Nur ausgesuchte Holzanbauer aus der ganzen Welt dürfen die Arundos Manufaktur mit dem wertvollen Rohstoff Rohrholz beliefern. Genügt es unseren Maßstäben nicht, wird das Material nicht verarbeitet. Wie ein guter Wein braucht auch Rohrholz Zeit, um sein Klangpotential voll auszuschöpfen. Bei Arundos wird nie frisches Holz verarbeitet. Unser Rohrholz, welches bereits zwei Jahre beim Rohrholzverwerter gelagert wurde, reift in unserem Lager noch einmal zwei bis drei Jahre bis es die optimale Holzqualität erreicht hat. Unsere ausgesuchten Lieferanten sitzen in Frankreich, Spanien, aber auch in China in den Provinzen Jiangsu und Anhui - also überall, wo ein hervorragendes Rohrholz kultiviert wird.

Die Verantwortung für die Gesundheit unserer Kunden nehmen wir sehr ernst. So haben wir unser Schilfrohr in Deutschland von einem unabhängigen Prüflabor auf Pestizidrückstände untersuchen lassen. Befund des für Arundos - Blätter verwendeten Rohrholzes: „Die...Probe entspricht den derzeit geltenden rechtlichen Bestimmungen und ist daher nicht zu beanstanden....keine Pestizide nachweisbar. 

Machart

Die Arundos Manufaktur fertigt Blätter nach traditionellen Grundsätzen weitgehend in Handarbeit. Dabei lässt Arundos den Blättern zwischen den Arbeitsgängen ausreichend Zeit verbliebene Spannungen im Holz abzubauen. Diese Vorgehensweise ist im Zeitalter der Massenproduktion eher außergewöhnlich, deshalb hält mancher sie für Luxus. Für Arundos ist es jedoch eine Notwendigkeit und die Voraussetzung dafür, damit jeder bei Arundos die klangschönsten und haltbarsten Blätter seines Musikerlebens findet.

Auch bei den Maschinen ist Arundos eigene Wege gegangen, bewährte Tradition wird mit moderner Forschung verbunden. Arundos hat sich aus gutem Grund für das althergebrachte Hobeln des Blattausstichs entschieden.
Nach Meinung vieler Musiker sind die besten Blätter solche, die nach traditioneller Art gehobelt und nicht gefräst werden, um eine gute Klangfülle und angenehme Spielbarkeit zu erreichen.


Der Techniker spricht vom linearen Spanen im Gegensatz zum Umfangsfräsen. Dazu schreibt Prof. Roland Fischer von der Technischen Universität Dresden in seiner Forschungsarbeit zum Thema „Verbesserung der Oberflächenbearbeitung von Holz mit geometrisch bestimmten Schneiden durch lineare Schnittbewegung“: „Verfahren, die das lineare Spanen benutzen um Holzoberflächen zu bearbeiten, bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem konventionellen rotatorischen Fräsverfahren. Das sind vor allem Vorzüge in Bezug auf die Oberflächenbildung, den Schneidenverschleiß und das bedeutend günstigere Emissionsverhalten (Staub, Lärm).“
„…vor allem die erzielbaren Oberflächenqualitäten, die von dem Umfangsfräsverfahren unerreicht bleiben werden, sind ein Argument, diesem Verfahren den Vorzug zu geben.“
„Durch verstärkten Freiflächenverschleiß beim Umfangsfräsen wird eine Verdichtung der oberen Bereiche der erzeugten Fläche hervorgerufen. Dadurch erfolgt eine Zerstörung der oberen Zellschichten in ihrem Aufbau….mit fortschreitendem Verschleiß steigt die Verdichtung der Oberfläche. Die Qualität der Oberfläche sinkt.“

Das Hobeln des Blattausstichs ist in Frankreich heute noch das vorherrschende Verfahren. Schon vor über hundert Jahren ließ der Würzburger Professor Johann Sobeck (1831 – 1916) solche Hobelmaschinen bauen. Auf ihnen kann man heute noch hervorragende Blätter bauen.



Ein moderner Nachfolger der „Sobeck“-Hobelmaschine sorgt bei Arundos heute für feinste Hobeloberflächen und minimale Fertigungstoleranzen von 0,01 bis 0,02 mm. Es handelt sich um einen Halbautomat mit pneumatischer Werkstückfixierung und digitaler Steuerung aus dem Jahr 2008.

Eine konstante Raumluftfeuchtigkeit über das ganze Jahr hinweg ist eine wichtige Voraussetzung für gleichbleibende Blattqualität. Luftbefeuchter sorgen für eine ständige Luftfeuchte von 60% in allen Produktionsräumen. Auch auf das Finish kommt es an. Die Qualität von Arundos kann man nicht nur hören, sondern auch fühlen. Durch ein spezielles Oberflächenverfahren entstehen Blätter, die so glatt sind wie ein fein poliertes Möbelstück und dies auch bleiben.